Hüter verborgener Schätze - 2

Philipps-Universität Marburg

Archäologie an der Universität Marburg

Das Vorgeschichtliche Seminar der Philipps-Universität Marburg zählt zu den international traditionsreichsten Einrichtungen seiner Art. Schwerpunkte sind die Bronze- und Eisenzeit, die provinzialrömische Archäologie sowie die Frühgeschichte, für deren Erforschung immer wieder entscheidende Impulse von Marburg ausgingen. Heute liegen die Schwerpunkte in der Forschung zur Wirtschafts- und  Geoarchäologie. In diesem speziellen Masterstudiengang, steht vor allem die Mensch-Umwelt-Beziehung im Vordergrund. “Wir wollen wissen, wie sich ein Siedlungsraum verändert, wie verhält er sich zum Gewässer in der Nähe oder auch zur Topographie des Geländes”, erklärt Daniel Misterek, angehender Master-Student und Ausgrabungsleiter am Kalsmunt. Dazu werden in Marburg moderne technische Mittel eingesetzt, zum Beispiel 3D-Fotografie, geophysikalische Methoden wie Geomagnetik oder Geoelektrik. Plötzlich klingt es, als würde ein Bienenschwarm über das Ausgrabungsgelände fliegen. Dieser bleibt aus, dennoch ziehen alle kurz die Köpfe ein, als Daniel Misterek eine Drohne startklar macht und zu Dokumentationszwecken über den Kalsmunt in die Luft schickt. “Ich habe mich auf Drohnensteuerung spezialisiert, andere ziehen es vor 3D-Modelle zu erstellen oder das Vermessungsgerät zu bedienen”. Fan neuer Technologien ist auch der stellvertretende Grabungsleiter Kevin Paul. “Neue Technologien wie der Einsatz von Drohnen sind groß im Kommen. Und Geoelektrik und Geomagnetik helfen in den Boden zu schauen, bevor wir überhaupt einen Spatenstich gemacht haben. So wird eine Grabung zeitsparender und kostengünstiger”, erklärt Paul. “Im Vergleich der hessischen Hochschulen sind wir Archäologen in Marburg führend in der interdisziplinären Zusammenarbeit.”

Tatsächlich bietet die Nutzung moderner Technologien wie zum Beispiel Virtual Reality vielseitige Möglichkeiten, Geschichte lebendig zu machen. Dadurch wächst das öffentliche Interesse und somit die Bereitschaft, Fördergelder zur Verfügung zu stellen. Und diese sind für die Archäologen unverzichtbar. Auch in Wetzlar. “Die Stadt und vor allem der Förderverein unterstützen unsere Arbeit auf außergewöhnliche Art und Weise. Sie sind nicht nur Mittelgeber, sondern stets auch Initiatoren, damit hier weitere Grabungen stattfinden können”, sagt Daniel Misterek.

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