Gesunde Zähne - gesunder Körper? - 1

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Zu Gast bei Frau Prof. Arweiler in der Parodontologie an der Philipps-Universität Marburg
Parodontitis verläuft zunächst weitgehend schmerzlos.
Unter Parodontitis hingegen leiden bis zu 70 % der Bevölkerung – eine echte Volkskrankheit!
Neben Karies verursachen Parodontalerkrankungen die häufigsten Probleme im Mund.
Die Forschung über die Zusammenhänge von Parodontitis steckt noch in den Kinderschuhen.
Es gibt eine eigenständige Parodontologie-Abteilung/Lehrstuhl in Marburg, übrigens deutschlandweit nur einer von vieren.
Der Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Krankheitsbild der Parodontitis, einer chronischen Entzündung des Zahnfleisches, die auch den Knochen befallen und im schlimmsten Fall zum Zahnausfall führen kann.
Nahezu 70 % der Bevölkerung leiden an Parodontitis, der Entzündung des Zahnhalte-Apparates.
Hilfreich sind elektrische Zahnbürsten, die das Rütteln übernehmen.
Parodontalerkrankungen erkennt man nicht unbedingt mit dem bloßen Auge.
    Philipps-Universität Marburg Gesunde Zähne - gesunder Körper?

    Eine frühzeitige Diagnose ist also immens wichtig. Aber: „Parodontalerkrankungen erkennt man nicht unbedingt mit dem bloßen Auge“, warnt Prof. Arweiler. Wenn ein Zahn abbricht oder man plötzlich empfindlich auf Heißes oder Kaltes reagiert, weiß man, dass da etwas nicht stimmt. „Aber keiner kommt zum Zahnarzt und sagt: Ich habe da Zahnfleischtaschen.“ Parodontitis verläuft nämlich zunächst weitgehend schmerzlos. Wenn Menschen also bislang keine Beschwerden am Zahnfleisch haben, sind sie über die Diagnose erst einmal überrascht. Deshalb sollten die Zahnfleischtaschen bei den halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt auch immer mit untersucht werden. „Dieses Messen von Sondierungstiefen ist eine wichtige Basis für die Vorsorge und die Behandlung“, weiß die Zahnmedizinerin. Parodontitis heilt nicht von selbst wieder. Zwar kann das Zahnfleisch unter speziellen Bedingungen operativ wieder aufgebaut werden, ist es aber erst einmal in den Zahnzwischenräumen zurückgegangen und ist vor allem der Knochen zu weit abgebaut, ist der Schaden irreversibel, und sogar Zahnausfall möglich.

    Wie kann man da vorsorgen? Eigentlich hauptsächlich durch richtiges Putzen der Zähne. „Erst wenn die Plaque alt wird, siedeln sich die gefährlichen Bakterien für das Zahnfleisch und den Knochen an“, erklärt Prof. Arweiler und beruhigt: „Das dauert aber acht bis zehn Tage. Wenn man mal im Hotel die Zahnbürste vergessen haben, passiert nichts.“ Erst, wenn diese Paro-Bakterien ein anaerobes „Wohlfühl-Milieu“ bekommen, also eine Sauerstoff-arme Umgebung und in den Zahnfleischtaschen gedeihen, wird es ernst. Deshalb muss der Zahnbelag entfernt werden, am besten durch Rütteln: „Das ist das A und O!“ Man hat die Methode eigentlich schon als Kind gelernt: mit der Zahnbürste auf der Stelle rütteln und hinterher auswischen. Dabei kann man vor allem den Zahnfleischrand putzen und somit gesund halten. Hilfreich sind hierbei elektrische Zahnbürsten, die das Rütteln übernehmen. Und zum Schluss kann eine Mundspülung helfen, die letzten Bakterien unschädlich zu machen. Parodontitis ist zwar eine der großen Volkskrankheiten. Aber die gute Nachricht ist: Man kann ihr einfach zuhause im eigenen Bad vorbeugen!

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