Fridays for Future würde uns lieben! - 2

Zum Thema
Die Algenforschung ist schon sehr alt, erklärt der Doktorand Nils Hasport von der Technischen Hochschule Mittelhessen.
Die Reinigung des Abwassers durch Algen verspricht eine ganze Reihe positiver Wirkungen.
Die Doktoranden wollen überprüfen, ob die Algen auch im hiesigen Winter in lichtarmen und kalten Verhältnissen als Abwasserreinigung funktionieren können.
Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ulf Theilen am Kompetenzzentrum für nachhaltiges Engineering und UmweltSysteme (ZEuUS) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen forscht daran, Algen für Kläranlagen nutzbar zu machen.
Herrmann Velten und Nils Hassport sind Doktoranden an der THM.
Die Reinigung des Abwassers durch Algen verspricht eine ganze Reihe positiver Wirkungen.
Nils Hassport forscht am Kompetenzzentrum für nachhaltiges Engineering und UmweltSysteme (ZEuUS) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen.
Die Forscher haben in einer kommunalen Kläranlage in Lich Ober-Bessingen bereits einen Versuch gestartet und dort in einer eigens dafür gebauten Versuchs-Anlage Abwasser in einem Versuchsbecken mit Algen angeimpft.
In der Algenforschung sieht man international großes Potential, weiß Herrmann Velten von der THM.
    Technische Hochschule Mittelhessen Fridays for Future würde uns lieben!

    „Das Verfahren der Reinigung von Abwässern durch Mikroalgen ist eigentlich kein großes Geheimnis.“ weiß Nils Hasport. „Die Natur hat es uns vorgemacht und wir müssen es uns nur abgucken und für uns nutzen.“ In marinen Ökosystemen reinigen Algen die Meere, filtern Schadstoffe und sind dabei das Superfood für die Meeresbewohner. Mit einem Gramm Phosphor in unserem Abwasser können wir ungefähr 100 Gramm Algen produzieren. Eine Person gibt dabei im Schnitt 1,8 Gramm Phosphor pro Tag ins Abwasser. „Hochgerechnet auf die Bevölkerung kommt da ganz schön viel Biomasse zusammen, die man praktisch geschenkt bekommt, und die u.a. Phosphor aus dem Abwasser herausholt und damit z.B. als Dünger bereitstellt.“, schwärmt Nils. „Die biologischen Prozesse liefen bisher immer gut“, erzählt er. „…aber die spannende Phase fängt jetzt gerade an“, erklärt sein Kollege Hermann Velten, „…wenn jetzt der Winter kommt. Wir sind gespannt, ob die Algen bei niedrigen Temperaturen ihren Betrieb ein- und auf reinen Überlebensmodus umstellen oder ob sie trotzdem noch Abwasser reinigen können.“ Schon ein Temperaturunterschied von 2 Grad kann eine ganze Algenkultur im Wachstum hemmen. Doch haben wir es hier nicht mit nur einer, sondern mit vielen Kulturen zu tun, die wiederum bei unterschiedlichen Bedingungen gedeihen, was das Projekt auf stabilere Beine stellt. Und darauf kommt es ihm an: „Wir wollen hier eine Art Machbarkeitsbeweis erbringen. Die Algenforschung ist vielversprechend, aber unsere Krux ist das deutsche Klima mit geringen Temperaturen und vergleichsweise wenig Licht.“ Die Doktoranden wollen überprüfen, ob die Algen auch im hiesigen Winter in lichtarmen und kalten Verhältnissen als Abwasserreinigung funktionieren können. Damit würde das Verfahren auch eine wirtschaftliche Relevanz bekommen: „Der Wirtschaftssektor Klärtechnik ist relativ groß. Moderne konventionelle Kläranlagen sind aufwendig zu bauen und zu betreiben und mit der neuen, ressourcensparenden Technik, die auch noch Biomasse und damit Grundstoffe für die Energieerzeugung abwirft, tut sich hier potenziell ein weites, zukunftsträchtiges Feld auf!“