Dann spielt es gern schnulzig! - 1

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    © Steffen Böttcher
    Justus-Liebig-Universität Gießen Dann spielt es gern schnulzig!

    Universitätsorchester Giessen

    Als wir in die Probe des Universitätsorchesters Gießen platzen, unterbricht ein gut gelaunter Orchesterleiter die Probe für einen Moment. „Ach, schaut mal, die Fotografen sind da. Das hatte ich euch ja in der letzten Woche schon mal angekündigt…“ Bereits diese zwei kurzen Sätze reichen, um sich von der Energie und Leidenschaft des Universitätsmusikdirektors Stefan Ottersbach anstecken zu lassen.

    Er bittet mich aufs Podest, damit ich ein paar Sätze zu unserem Projekt erzählen kann, und macht ohne Umschweife nach meiner kurzen Ansprache mit seiner Probe weiter.

    Die Hingabe, mit der er Takt für Takt die „Première Symphonie“ von Alexandre Guilmant mit dem Orchester durcharbeitet, zwingt nicht nur jeden der beteiligten Orchester-Musiker in die Aufmerksamkeit. Es wird gelobt und gelacht und mit spielerischer Leichtigkeit motiviert: „Hm, das war es noch nicht, meine Damen und Herren an den Streichinstrumenten! Wie klingt dieser Part für euch?“ will er von ihnen wissen. „Schnulzig!“ ruft eine Violinistin zurück. „Dann spielt es gern schnulzig! Wenigstens das! Gegen eine Schnulze habe ich nichts, so lange sie geschmackvoll und mitreißend ist“, ruft er zurück. Die Violinen lachen und spielen den Part erneut. „Seeeehr viel besser! Jetzt fühl ich es!“ Stefan Ottersbach schwitzt, lacht und leidet… „Ihr wisst noch, was das ist? Crescendoooooo!!!! – Jaaaa, toll! … Viiiiiiel besser!“

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