Gießtechnikum Metakushalle - 3

Universität Kassel

Zwei schweißtreibende Tage liegen hinter den Mitarbeitern des Gießtechnikums Metakushalle am Zentrum für Gussleichtbau und Konstruktion der Universität Kassel. Zentimeter für Zentimeter bewegten sie die neue Thixomolding-Maschine an ihren neuen Platz in der Halle. Nun steht sie präzise ausgerichtet in der Halle und ist für die Studierenden ein wichtiger Lehrbaustein in einem zukunftsträchtigen Markt. 

2012 wurde an der Universität Kassel das neue Fachgebiet Gießereitechnik GTK gegründet, dem seither Prof. Dr. Martin Fehlbier vorsteht. Damit machte der Fachbereich Maschinenbau einen großen Schritt in Richtung Zukunft. Denn der Standort Kassel ist nicht zuletzt dank Volkswagen ideal für technische Innovationen in der Mobilität: „Es gibt einen ganz engen Schulterschluss mit Volkswagen“, freut sich Prof. Dr. Fehlbier. Das macht eine einzigartige Mischung aus Praxis und Theorie möglich: „Für diese größte Leichtmetallgießerei Europas braucht es natürlich auch Nachwuchs, wissenschaftlichen Nachwuchs, Ingenieurnachwuchs!“ Was an der Uni also gelernt wird, kann danach in direkter Nachbarschaft umgesetzt werden. Dabei spielt die zukunftsweisende Forschung eine immens wichtige Rolle: „Im Bereich der E‑Mobilität und der urbanen Mobilität sind Leichtmetalle wie Magnesium zunehmend gefragt“, weiß Prof. Dr. Fehlbier. „Die Anforderungen steigen kontinuierlich.“ 

Deshalb war die Anschaffung der neuen Thixomolding-Maschine so wichtig. Mit diesem neuen Verfahren, das in Europa bislang kaum industriell eingesetzt wird, haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Studierenden nun die Möglichkeit an der Verarbeitung von Magnesium zu forschen. „Der Werkstoff hat hervorragende Leichtbaueigenschaften sowie eine sehr gute Umweltbilanz.“ so Fehlbier „Wir müssen dranbleiben. Deswegen haben wir so viele Forschungsprojekte, denen wir uns gern widmen.“ 

Das ist natürlich auch ein besonderer Anreiz für Studierende. „Kasseler Maschinenbaustudent*innen sind sehr gefragt“, zeigt sich Prof. Dr. Fehlbier stolz. „Wir haben guten Zulauf. 37 Studierende haben die Gießereitechnik als Schwerpunkt gewählt, darunter sogar eine Studentin, was uns wirklich freut.“ Diese Fachrichtung ist auch inhaltlich sehr breit aufgestellt. Die Studierenden sind in der Regel den Materialwissenschaften angegliedert, oder wie hier in Kassel dem Maschinenbau. Prof. Dr. Fehlbier beschreibt die inhaltliche Vielfalt: „Man kann einmal Werkstoffkunde und Konstruktion studieren, oder auch Produktionstechnik und Arbeitswissenschaft, und über diese beiden Stränge kann man in der Gießereitechnik landen.“ Und weil sich gerade in der Gießereitechnik viel Zukunftsweisendes tut – siehe Elon Musks geplante Tesla-Gigafactory für E-Autos in Brandenburg, in dem auch eine eigene Gießerei daran arbeitet, Material, Zeitaufwand und Umweltbelastung für den Autobau deutlich zu verringern –, ist auch das Studium der Gießereitechnik ein großer Schritt in Richtung Zukunft: „Das Spektrum, nach dem Studium hier einen Job zu finden, ist riesig. Man kann einmal in die Produktion gehen, in die Qualitätssicherung, in die Bauteilkonstruktion und numerische Simulation, in die Planung, (ins Personalmanagement), in die Zuliefererindustrie z.B. Werkzeug- und Anlagenbau oder auch in die chemische Industrie für z.B. Schmierstoffe oder Bindemittel, (auch chemisch, in die Konstruktion und Simulation), und in die Wissenschaft, d.h. Forschung und Entwicklung natürlich auch!“

In der Gießereitechnik Kassel beginnt die Zukunft – für die Mobilität, für die Umwelt und für die Studierenden!

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