Von Aliens und Pharaonen - 3

Universität Kassel

Schwerpunkt Antike Konstruktionen im Stahl- und Verbundbau an der Universität Kassel

Der eigentliche Schwerpunkt von Prof. Uwe Dorka ist die Erdbebensicherheit antiker Bauwerke. Ob griechische Tempel oder Pagoden in Nepal – der Kasseler Ingenieur kommt rum. Eines der Objekte ist der Neptuntempel von Paestum, eine Ruinenstätte in der Nähe von Neapel. Die anspruchsvollen 3D-Zeichnungen hierzu stammen aus der Feder von Nour Khristin. Sie studiert Architektur und ist Teil von Dorkas Team. „Geschichte ist ein wichtiger Teil in meinem Fachbereich und ich fand das schon immer faszinierend“, sagt die junge Syrerin. „Vielleicht möchte ich später mal in meiner Heimat in diesem Bereich arbeiten – da gibt es ja viele antike Stätten.“

Auf der Suche nach dem Schlüssel
Was Dorka bei seiner Arbeit erkannte: „Viele Ingenieure ignorieren historische Funde – und viele Archäologen denken sich Techniken aus, die niemals funktioniert hätten.“ Während einer Reise zu den Pyramiden kam er auf die Idee, diese zwei Bereiche miteinander zu verknüpfen. „Ich fand Archäologie schon in der Schule hochspannend“, erinnert er sich. Was ihn besonders reizt, ist die Detektivarbeit. „Befunde anschauen, Bauwerke analysieren und daraus Bauabläufe zu rekonstruieren – das macht mir riesigen Spaß.“ Im Zentrum seiner Aufmerksamkeit stehen immer wieder verlorengegangene Schlüsseltechnologien. Wie die Seilkunde zum Beispiel. „Ich könnte zwei Leben mit dieser Mission füllen“, so Dorka. Genau so sieht auch sein großer Besprechungstisch im Büro aus. Er quillt über mit Konstruktionszeichnungen, Postern und anderen Papieren. Auch das Modell eines antiken Holzboots steht hier – ein weiteres Projekt von Dorka, um zu belegen, wie die tonnenschweren Steine für den Pyramidenbau transportiert wurden.

Pharao Cheops hat die komplexe Technik übrigens nicht viel genutzt. Denn vor Grabräubern schützten die drei Granitblöcke am Ende nicht. Als die ersten Archäologen hier eintrafen, war der Sarkophag leer.

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