Virtual Reality - Medium für medizinische Weiterbildung - 3

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Augmented und Virtual Reality Anwendungen können in vielen Bereichen bereits Alltagshelfer sein.
    © Steffen Böttcher
    Hochschule RheinMain Virtual Reality - Medium für medizinische Weiterbildung

    Seit 2004 ist Dr. Ralf Dörner Professor für "Graphische Datenverarbeitung und Virtuelle Realität" an der Hochschule RheinMain. AR und VR Technologie war zwar damals schon in der Wissenschaft ein Thema, nutzbare Anwendungen für den Alltag waren jedoch noch kaum vorhanden. Eine Lücke, die Prof. Dörner füllen wollte. So hat er es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, medizinisches Lernen und Trainieren in die digitale Welt zu bringen. Der Einsatz von AR eröffnet dabei besondere Möglichkeiten.

    In einem LOEWE-geförderten Projekt VR-AR-Med2 (Virtual Reality/Augmented Reality als Medium für medizinische Weiterbildung) wird beispielsweise untersucht, welches Potenzial diese Technologien für den medizinischen Lehr- und Fortbildungsbetrieb haben und welche Anforderungen noch bestehen. Dafür hat sich ein Unternehmen aus der medizinischen Weiterbildungsbranche mit der Hochschule RheinMain zusammengetan und eine Anwendung entwickelt, mit deren Hilfe man tief in Organe, Hautschichten oder ins Innenohr eindringen kann, ohne dabei invasiv vorzugehen. Mehr noch: Die virtuellen Modelle lassen sich animieren und mit Informationen versehen, die komplexe medizinische Sachverhalte zu einer anschaulichen, interaktiven Sache werden lassen.

    Im Entwicklungsteam mit dabei: Linda Rau. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und hat ursprünglich Geoinformatik und Vermessung studiert. Sie kam über ihre Bachelorarbeit mit dem Thema virtueller und erweiterter Realität in Kontakt. Beschäftigte sie sich dabei noch mit Wanderkarten, auf denen sich per Smartphone besondere Sehenswürdigkeiten anzeigen lassen, ist es nun die Datenvisualisierung medizinischer Themengebiete. Denn das grundsätzliche Prinzip lässt sich auch auf den menschlichen Körper anwenden. So kann beispielsweise einem physischen 3-D-Modell eines Ohres, ein virtuelles Modell zur Seite gestellt werden, mit dem man tiefer ins Ohr eindringen und gleichzeitig Labels lesen kann, die beschreiben, was man gerade betrachtet. Sogar Animationen der Organe sind möglich: der Blutfluss im Herzen, die Herzklappen – die Möglichkeiten sind unendlich. Mit dieser visuellen Unterstützung wird das Lernen für Medizinerinnen und Mediziner sehr viel einfacher und kann auf die individuellen Bedürfnisse hinsichtlich Sprache, Geschwindigkeit und Komplexität angepasst werden. Und weil das alles per Smartphone läuft, das mittels eines einfachen Pappgestells zur VR-Brille umfunktioniert werden kann, ist die Technologie niederschwellig zugänglich.

    Auch Medizinstudierende können von Virtual-Reality-Anwendungen profitieren. Sie erleben die Lehrinhalte nicht nur immersiv, viel wichtiger noch: Sie gefährden die Patientensicherheit dabei nicht. So können sie einzelne Operationsschritte und Techniken üben und damit ihr Wissen und die Fähigkeiten gezielt schulen und verbessern. Die Interaktionsmechanismen motivieren dabei zum Selbststudium und sind dynamisch an den jeweiligen Stand des medizinischen Wissens anpassbar.

    Augmented und Virtual Reality Anwendungen können in vielen Bereichen bereits Alltagshelfer sein. Ihr Einsatz im wissenschaftlichen Bereich wird hier an der Hochschule RheinMain weitergedacht und in neue Ideen überführt.

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