Skulpturensammlung - Tausende Jahre Kunst und Kultur - 1

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An den Originalstandorten ist die Luftqualität mitunter so schlecht, dass die Skulpturen sehr verwittert und vom Smog zerstört sind.
    © Steffen Böttcher
    Goethe-Universität Frankfurt Skulpturensammlung - Tausende Jahre Kunst und Kultur

    Die Sammlung umfasst mehr als 1000 Exponate: 240 meist lebensgroße Gipsabgüsse, dazu zahllose Originalmünzen, Keramikgefäße und vieles mehr. Weil die Goethe-Universität in Frankfurt erst im frühen 20. Jahrhundert gegründet wurde, begann das Sammeln hier gut 100 Jahre später als in anderen archäologischen Instituten. Im direkten Vergleich zu anderen Sammlungen ist sie damit fast übersichtlich. Doch das sah bei ihrem Start noch ganz anders aus. Zu jener Zeit wurde mit der Übernahme der umfangreichen Sammlung des Städelschen Kunstinstituts ein grandioses Fundament aus Exponaten geschaffen, das im Krieg leider nahezu komplett zerstört wurde. „Nur eine Handvoll Köpfchen sind übrig geblieben“, erzählt Dr. Matthias Recke. „Aber immerhin wissen wir, wie die Ausstellung früher ausgesehen hat.“, berichtet der Kustos der Sammlung. „Und weil beim Wiederaufbau der Universität klar wurde, was für ein wichtiges Werkzeug diese Abgüsse sind, fing man in den 1950ern damit an, die Sammlung wieder aufzubauen.“ Durch Spenden von Liebhabern, Schenkungen von Duplikaten, die andere Universitäten an die Uni Frankfurt abgegeben haben, und durch eigene Käufe entstand so der neue Skulpturensaal, in dem wir heute stehen. Und wer stellt diese Gipsfiguren her? „Die werden oft von den Werkstätten der Museen angefertigt“, weiß Prof. Dr. Anja Klöckner. „Kostspielig dabei sind die Formen, die für die Abdrücke Abgüsse angefertigt werden”, ergänzt Dr. Recke. „Von vielen Stücken gibt es aber auch schon Formen oder bereits abgeformte Skulpturen, von denen dann wieder ein Abdruck Abguss genommen werden kann.“ Die Originalstatuen bearbeitet man aus konservatorischen Gründen kaum noch auf diese Weise: „In den Vatikan geht keiner mehr mit Silikon“, lacht Dr. Recke.

    Mit den bereits existierenden Formen umgeht man auch ein weiteres Problem: „An den Originalstandorten ist die Luftqualität mitunter so schlecht, dass die Skulpturen sehr verwittert und vom Smog zerstört sind.“ Deshalb sind die historischen Abgüsse oftmals detailreicher und unversehrter. Hier an der Goethe-Universität in Frankfurt sind sie damit wesentlich hilfreicher für die Studierenden, zumal die Originale in aller Welt verstreut sind. Jedes Detail kann hier ideal beleuchtet, betrachtet und analysiert werden – anders als im Museum, in denen es die Sicherheitsbestimmungen oft gar nicht zulassen, den Objekten zu nahe zu kommen. Das macht das Archäologiestudium an der Goethe-Universität zu einem immersiven Lernerlebnis.

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