Bewegt in die Zukunft blicken - 1

Zum Thema
Zu viele Autos und Lkw verstopfen die Innenstädte, sorgen für eine immer höhere CO2-Belastung und tragen damit ihren Teil zum Klimawandel bei.
Professor Dr. Volker Blees erklärt: „Wir lernen bestimmte Rituale von unseren Eltern.“ Mobilität ist also mehr als nur ein rein technisches Thema.
Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist das Auto immer noch Statussymbol mit gewohntem Komfort und gefühlter Sicherheit in einem.
Mobilitätsmanagement wird ein wichtiges Thema für die Zukunft sein. Die Hochschule Rhein-Main Wiesbaden hat dies früh erkannt und widmet diesem Thema deshalb einen ganzen Studiengang.
„Es gibt viele Wege, Mobilität zu modernisieren und sie klüger und nachhaltiger zu gestalten.“, sagt Professor Dr.  André Bruns von der Fachgruppe Mobilitätsmanagement und Verkehrsplanung.
Mobilität zu managen setzt voraus, die Instrumente zur Beeinflussung von Verkehrsnachfrage zu kennen, um dann den Verkehr umwelt -und sozialverträglicher, aber auch effizienter zu gestalten.
Studierende an der Hochschule RheinMain werden dafür ausgebildet die komplexe Theorie der Verkehrsplanung erfolgreich und klug in die Praxis zu übersetzen.
Noah studiert im 5. Fachsemester Mobilitätsmanagement.
    Hochschule RheinMain Bewegt in die Zukunft blicken

    Im ländlichen Raum hingegen steht man ganz anderen Herausforderungen gegenüber: Hier gibt es oft nur wenige oder gar keine öffentlichen Verkehrsmittel. Die Menschen sind hier, weitab der Städte, auf ihre Autos angewiesen, um mobil zu sein und die nötigen Dinge des Alltags wie Arztbesuche oder den einfachen Einkauf von Lebensmitteln zu bewerkstelligen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt im ländlichen Raum.

    An diesen völlig unterschiedlichen Herausforderungen in Stadt und Land wird deutlich, wie wichtig das Thema Mobilitätsmanagement in Zukunft sein wird. Die Hochschule RheinMain Wiesbaden hat dies früh erkannt und widmet diesem Thema deshalb einen ganzen Studiengang.

    Mobilität zu managen setzt voraus, die Instrumente zur Beeinflussung von Verkehrsnachfrage zu kennen, um dann den Verkehr umwelt- und sozialverträglicher, aber auch effizienter zu gestalten. Der Deutschen liebstes Kind, das Automobil, spielt hier sicherlich eine zentrale Rolle. Auch wenn laut Studien ein großer Teil der Generation Z praktisch keine emotionale Bindung zum Auto mehr hat und es für sie allenfalls ein Gebrauchsgut darstellt: Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist das Auto immer noch Statussymbol mit gewohntem Komfort und gefühlter Sicherheit in einem. Professor Dr. Volker Blees erklärt: „Wir lernen bestimmte Rituale von unseren Eltern.“ Mobilität ist also mehr als nur ein rein technisches Thema. Vielmehr greift sie interdisziplinär, tief in unser Leben und unsere Gewohnheiten ein. Und genau das wird hier erforscht und gelehrt: „Es gibt viele Wege, Mobilität zu modernisieren und sie klüger und nachhaltiger zu gestalten.“, sagt Professor Dr. André Bruns von der Fachgruppe Mobilitätsmanagement. Dazu gehört natürlich auch der technische Aspekt: Fahrbahnbeläge, Ampelschaltungen und vieles mehr. Dabei ist es notwendig, die Gegebenheiten einer jeden Stadt zu analysieren und zu differenzieren. „Wir prüfen und simulieren hierbei verschiedene Möglichkeiten, die wir anschließend gründlich analysieren. Das kann der Radverkehr sein oder die E-Mobilität“, erklärt Professor Dr. Bruns weiter, wobei es keine alleinige Lösung gibt. „Radikal autofrei, das hilft uns wenig weiter“, weiß auch Professor Dr. Blees. Denn die Verkehrswende geht noch tiefer: hinein in die Köpfe der Menschen.

    „Es geht um ganz grundlegende Kultur- und Verhaltensveränderungen, wenn wir die Verkehrswende schaffen wollen.“, begründet Professor Dr. Bruns den interdisziplinären Ansatz seines Fachs. Deshalb ist mit Professor Dr. Matthias Kowald auch ein Soziologe mit an Bord, der sich um den Faktor Mensch in der Mobilitätsforschung kümmert. „Ich untersuche, wer welches Verkehrsmittel auf welcher Route zu welchem Zweck nutzt.“ Denn Mobilität ist mehr, als nur von einem Ort zum anderen zu kommen. Sie ist eine gesellschaftspolitische Frage. Sie bedeutet Teilhabe am Leben. Sie beeinflusst Individuen genauso wie Familien und ganze Kommunen. Sie ist fächerübergreifend, sie ist spannend. Und genau dafür werden Studierende hier an der Hochschule RheinMain ausgebildet: um diese komplexe Theorie erfolgreich und klug in die Praxis zu übersetzen.