Biologisch gegen Schädlinge

Hochschule Geisenheim University

Gartenbau (B.Sc.): Biologische Bekämpfungskonzepte gegen Schädlinge an der Hochschule Geisenheim

Die Tomatenminiermotte kommt in unseren Breitengraden glücklicherweise bislang nur vereinzelt vor. Aber sollte sie irgendwann flächendeckend verbreitet sein – und das ist im Zuge der fortschreitenden Globalisierung durchaus möglich –, kann sie großen Schaden anrichten. In Südamerika, wo sie beheimatet ist, kommt es ohne Bekämpfung zu Ausfällen von 50 % bis 100 % der Ernte. Hier an der Hochschule in Geisenheim wird sie gezüchtet und untersucht, damit ein biologisches Bekämpfungskonzept entwickelt werden kann. Das Ganze passiert natürlich nicht im Freiland, sondern im Keller des Laborgebäudes der Hochschule. „Wir schauen, ob bestimmte Stoffe von Pilzen gegen diese Insekten eine Wirkung haben, mit dem Ziel, neue Managementstrategien gegen diese Schädlinge zu entwickeln“, erklärt uns Holger Linck, der hier in Geisenheim gerade an seiner Promotion arbeitet. Dabei ist die Tomatenminiermotte nur eines von zahlreichen Testobjekten aus der Retorte. Holger Linck erzält: „Wir züchten immer wieder typische Schädlinge, um an ihnen unterschiedliche Pflanzenschutzmittel zu testen. Dabei versuchen wir natürlich, auch rein biologische Strategien zu entwickeln.“ Ein Beispiel dafür ist die Forschung mit sogenannten entomopathogenen Pilzen, die Insekten infizieren und töten, der Pflanze selbst aber nichts anhaben. Gerade Forschungen wie diese haben Holger gereizt, hier in Geisenheim zu promovieren. „Die große Praxisnähe der Hochschule ist allgemein bekannt. Genau das war am Ende für mich ausschlaggebend dafür, hierher zu kommen.“