Ein richtiges Sprungbrett - 2

Hochschule Geisenheim University

Getränketechnologie an der Hochschule Geisenheim

In Geisenheim ist der Studiengang vielseitig und die Ausbildung praktisch angelegt. Während in der Kelterhalle noch die Presse läuft, wiegt Julian Hille Tomatensaft ab. Als ihn seine Kommilitonen darauf aufmerksam machen, dass er Tomate am T-Shirt hat, lacht er nur. “Man arbeitet halt mit dem Produkt, das bringt Flecken mit sich. Man darf hier keine Berührungsängste haben”. Die hat er nicht und auch keine Angst vor der Umsetzung eigener Ideen. Der gelernte Koch, der als Quereinsteiger Getränketechnologie studiert, hat nämlich mit “Der Ekliche” schon einen eigenen Partylikör erfolgreich auf den Markt gebracht. Davon träumt sicher auch so mancher Kommilitone, wenn er zum Spirituosenpraktikum Himbeeren für einen eigenen Himbeergeist oder Wacholder und Gewürze für eine eigene Ginkreation mitbringt.

Eigene Ideen sind immer willkommen und werden von den Dozenten Diplom-Ingenieur Michael Ludwig und Diplom-Ingenieur Arne Sperl unterstützt. Letzterer ist ein Fachmann für Braukunst, denn er hat erst seine Ausbildung zum Brauer in einer lokalen Brauerei gemacht, bevor er zur Getränketechnologie kam. Und diese Reihenfolge empfiehlt er allen jungen Menschen, die sich für das Studium interessieren. “Ich sage immer: Macht erst eine Ausbildung und studiert dann. Welches Unternehmen stellt eine 21-jährige Führungskraft ein? So praxisnah wir hier auch sind, man bringt einfach ein anderes Verständnis mit, wenn man bereits in dem Bereich Getränkeherstellung gearbeitet hat”. Sperl ist nicht nur Bierbrauer, sondern er ist auch der Experte für Kaffee. Dessen richtige Röstung ist im Masterstudiengang der Geisenheimer Getränketechnologie ein wichtiger Aspekt. Aromatisch-fruchtiger Arabica oder erdig-bitterer Robusta werden im kleine Stil eingekauft und geröstet. Wer aber das Verfahren beherrscht, braucht sich vor den großen Anlagen nicht zu fürchten. Und der Bedarf an Kaffee ist in Deutschland riesig, immerhin liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei rund 150 Litern. Kein Wunder, dass auch die Jobaussichten gut sind, zum Beispiel als Einkäufer bei großen Supermarktketten.  “Wenn man sich in der Getränkeabteilung im Supermarkt umschaut, dann steckt da überall ein Geisenheimer drin”, erklärt Michael Ludwig die guten Chancen, welche die Absolventen des Studiengangs Getränketechnologie später auf dem freien Markt haben.

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