Das Moravec’sche Paradox - 3

Technische Universität Darmstadt

Das Robotiklabor der TU Darmstadt besitzt eine ganze Reihe von Robotern für verschiedene Einsatzzwecke. Man befasst sich hier allerdings nicht mit deren Entwicklung und Bau, sondern widmet sich ausschließlich den Lernalgorithmen und Daten, mit denen die Lernalgorithmen gefüttert werden. 

„In der Robotik für strukturierte Industrieanwendungen sind wir schon ziemlich weit und es gibt eine Menge Beispiele, bei denen Robotertechnik einen Großteil der Produktion übernommen hat“, erklärt uns Michael Lutter, der momentan an seiner Doktorarbeit in Informatik schreibt. „Sobald wir allerdings in unstrukturierte Bereiche vordringen, kommen wir mit herkömmlicher Robotik schnell an unsere Grenzen.“ Genau dieser Problematik stellt sich der Fachbereich „Intelligent Autonomous Systems“ an der TU Darmstadt. Das 21-köpfige Team arbeitet hierbei an ganz unterschiedlichen Aufgabenstellungen. So wird uns ein Roboter mit Greifarmen vorgeführt, der in der Lage sein wird, autonom Kuchen zu backen. Ein anderer Roboter schafft es bereits, mit zwei Bällen zu jonglieren.

„Der Fachbereich hier ist sehr gut aufgestellt und nimmt regelmäßig an internationalen Konferenzen teil“, erzählt Michael weiter. „Einen nicht unwesentlichen Verdienst daran hat unser Professor Jan Peters, der in diesem Gebiet kein Unbekannter ist und die Leitung dieses Fachbereiches innehat.“

Der Studienweg, den Michael hinter sich hat, ist – so sagt er selber – relativ ungewöhnlich. Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens widmete er sich im Master der Elektrotechnik und arbeitete dann an einem der größten EU-Forschungsprojekte mit – dem „Human Brain Project“, welches das gesamte Wissen über das menschliche Gehirn zusammenfassen und mittels computerbasierter Modelle und Simulationen nachbilden soll. 

Michael Lutter muss sich um seine Zukunft keine Sorgen machen. Köpfe wie er werden von den Tech-Konzernen händeringend gesucht und können sich ihr Aufgabengebiet oft selbst aussuchen. Auf dem Tisch liegen bereits zwei konkrete Angebote, die ihn sehr interessieren. Verwundert darüber sind wir nach dem beeindruckenden Besuch hier nicht. 

Hier geht's zu Teil 1

Hier geht's zu Teil 2