Auf der Lötstation nachts um halb drei - 1

Hochschule Darmstadt

Interactive Media Design auf dem Mediencampus Dieburg der Hochschule Darmstadt (h_da)

Wie wäre es, wenn wir mit Pflanzen sprechen könnten? Genau dieser Frage widmeten sich fünf Studierende im Fach Interactive Media Design an der Hochschule Darmstadt (h_da). „Jeder hat doch schon mal eine Topfpflanze besessen, die im Laufe der Zeit eingegangen ist“, sagt Robin Bittlinger mit Blick auf ein traurig aussehendes Relikt mit braunen, hängenden Blättern in der Ecke des Raums.  Genau da setzt das Projekt Nani an: „Wir wollen Menschen dabei unterstützen, die individuellen Bedürfnisse ihrer Pflanzen kennenzulernen“, erklärt Robin.

Den Spieltrieb wecken
Dabei ist Nani viel mehr als eine Gießanleitung: Im Zentrum steht ein kleines Stäbchen, das man in die Erde stecken kann. Dieses misst eine Vielzahl von Parametern wie Helligkeit, Temperatur und Feuchtigkeit und vergleicht sie mit den optimalen Werten aus einer breiten Datenbank. Sobald Anomalien auftreten, warnt die Pflanze ihren Besitzer über eine App. Sie kann also quasi um Hilfe rufen. Um das noch besser erlebbar zu machen, haben sich die Studierenden verschiedene Charaktere ausgedacht. Stichwort: Gamification. „Die Rose ist stachelig und etwas etepetete, während andere genügsam und vergleichsweise entspannt sind“, erklärt Nina Hanselmann und grinst. Die Idee dahinter: Durch die Personifizierung hat der Nutzer nicht nur mehr Spaß an der Pflege, sondern übernimmt auch stärker Verantwortung.

Die Gruppe hat sich dabei um alle Facetten ihrer Erfindung selbst gekümmert: Von der Technik und das Programmieren über die Entwicklung eines Logos und der Gestaltung der Verpackung bis hin zu einem kurzen Trailer, der die Idee anschaulich erklärt. Das zeigt, wie interdisziplinär und vielseitig das Studium ‚Interactive Media Design’ ist. „Wir lernen hier die ganze Bandbreite an Fähigkeiten, sowohl das Technische wie auch das Gestalterische und das Projektmanagement“, so Robin. Ein großes Plus: Die Dozenten stehen selbst oft noch mitten im Berufsleben abseits der Hochschule. Den Wahlkurs zum Thema Bot Interfaces beispielsweise, in dem Nani entstand, leitete ein Mitarbeiter von Microsoft. Ihr Ergebnis präsentierten Nina, Robin, Julia Metzmeier, Jeannine Krämer und Patrick Beck am Ende aber nicht nur ihren Kommilitonen und Dozenten, sondern auch auf verschiedenen Wettbewerben. Beim Imagine Cup belegte Nani den zweiten Platz und räumte den Preis für die beste ‚User Experience’ ab.

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