Falsche Tiere, echte Lernerfolge - 3

Justus-Liebig-Universität Gießen

Das Clinical Skills Lab (PETS) im Fachbereich Tiermedizin der Justus Liebig-Universität Gießen (JLU)

Im Clinical Skills Labor gibt es aber nicht nur nachgebaute Kleintiere. Auch lebensgroße Modelle von Rind oder Pferd stehen hinter so mancher Tür der Einrichtung. Denn gerade im Umgang mit diesem Klientel können unerfahrene Tierärzte in spe sich in der Realität üble Tritte einfangen. Im PETS können sie dagegen ganz entspannt zum Beispiel das Anlegen eines Halfters oder eines Zitzen-Verbands üben. Ganz neu ist die Kolikstation. Auch hier steht ein riesiges Pferde-Modell aus Harz und Glasfaser. Der Rücken lässt sich aufklappen, so dass die Silikon-Organe und der Latex-Darm sichtbar werden. So kann ein Studierender die notwendige rektale Untersuchung vornehmen, während der Tutor und die Kommilitonen das Vorgehen mitverfolgen können.

Die meisten Simulatoren hat die Universität bei speziellen Herstellern, unter anderem aus Kanada, gekauft. Doch einiges haben die Experten aus Gießen nach ihren Vorstellungen angepasst oder sogar selbst konzipiert. Und die Pläne sind noch nicht abgeschlossen: „Wir sind gerade stark am Expandieren und mit dem Erstellen neuer Stationen beschäftigt“, so Alexandra Schmidt. „Demnächst sollen beispielsweise Übungen zu bildgebender Diagnostik wie Röntgen und Ultraschall sowie zur Kommunikation mit den Tierbesitzern angeboten werden.“ Oft ist Alexandras Mischlingshündin Emmi mit von der Partie und mischt sich gerne unter ihre falschen Artgenossen. „Sie assistiert uns sehr gerne für nicht invasive Routine-Untersuchungen wie das Abhören. So haben die Studierenden direkt nach dem Simulator-Training einen echten Patienten zur Anwendung ihres Könnens.“ Zur Belohnung winken nicht nur Streicheleinheiten, sondern auch Katzen-Leckerlies. „Die liebt sie.“

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