Vernetzt forschen, die Welt verändern - 3

Justus-Liebig-Universität Gießen

Das LOEWE-Zentrum DRUID an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)

Neben den geflüchteten Menschen und den Fernreisenden sorgen die Warenströme in der globalisierten Welt dafür, dass NTDs vermehrt in Europa vorkommen. Auch der Klimawandel trägt seinen Teil dazu bei. Durch diese Entwicklung hat sich ein politisches Fenster geöffnet, erklärt Becker. Sogar die Wissenschaftsakademien der G7-Länder haben eine Verstärkung der NTD-Forschung gefordert. Und das LOEWE-Zentrum DRUID geht in seiner gesamten Struktur genau darauf ein. Denn neben der erwähnten Suche nach Zielmolekülen steht hier die Grundlagenforschung im Vordergrund. „Wir untersuchen insbesondere die Biologie der Erreger, die Wirtsantwort und die Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen“, so Becker. Zudem spielt die Erarbeitung von Strategien zur Kontrolle krankheitsübertragender Vektoren eine Rolle.

Das große Ganze im Blick
Doch neben der Arbeit im Labor hängt der Erfolg letztlich vor allem davon ab, die Verantwortlichen in der Industrie und der Politik weiter zu überzeugen: „Wir wollen besonders auch die öffentliche Hand motivieren, sich hier nachhaltig zu engagieren“, sagt Katja Becker. Wünschenswert wäre es zum Beispiel, die Weiterentwicklung von Wirkstoffen oder Targets mit kleineren Unternehmen zu fördern. Daneben hofft man bei DRUID auf private Geldgeber und Sponsoren, so wie es in anderen Ländern für solch wichtige Projekte bereits üblich ist.

Daher findet der Wissensaustausch nicht nur intern statt, sondern zusätzlich durch gemeinsame Workshops und Veranstaltungen auch mit externen Entscheidungsträgern. Genau das ist die Aufgabe von Christina Brandstädter als administrative Koordinatorin. Zusätzlich zu dieser Rolle betreibt sie aber weiterhin Forschung am Gießener Institut. Neben guten Kenntnissen der Naturwissenschaft und Durchhaltevermögen brauche man vor allem drei Dinge: Ehrgeiz, Engagement und ein hohes Maß an Motivation. „Bei den meisten kommt diese ganz von allein – spätestens dann, wenn man den Blick für das große Ganze öffnet“, erklärt sie mit einem entschlossenen Blick in den Augen. „Wir alle sind zwar vielleicht nur ein kleines Rad, aber wir versuchen, mit unseren Fähigkeiten das Richtige zu tun, nämlich etwas für die Gesundheit von Millionen Menschen.“

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