Die Avioniker - 1

Hochschule RheinMain

Elektro- und Luftfahrttechnik an der Hochschule RheinMain

Der Himmel ist blau und der Frankfurter Flughafen schon in Sichtweite. Michael Wälther und Bogdan Misko leiten im Cockpit die Landung des zweimotorigen Kleinflugzeugs ein. “Delta-Echo-Echo-Lima-Tango, cleared to land” sagt Mario Vogel, dann fallen beide Triebwerke aus. Nach einer Minute verabschiedet sich auch die Bordelektronik. Die Piloten legen die Hände in den Schoß, schauen aus dem Fenster und machen einfach nichts, während die Maschine Frankfurt entgegen gleitet. Dann dreht sich Wälther zu Vogel um, der an der sogenannten Instructor Station sitzt und die volle Kontrolle hat: “Mach mal wieder an, die Notlandung lernen wir erst im nächsten Semester”, bittet er seinen Tutor Vogel, der daraufhin die Triebwerke wieder anwirft. Solche Späße sind nicht an der Tagesordnung, aber man merkt daran, dass die Studierenden der Elektro- und Luftfahrttechnik in den beiden Flugsimulatoren für Airbus A320 sowie für Kleinflugzeuge mit Freude lernen. In der Übung heute zum Beispiel die Grundlagen der Flugzeugführung.

Der Studiengang Elektro- und Luftfahrttechnik wurde zum Sommersemester 2017 an der Hochschule RheinMain am Standort Rüsselsheim eingeführt. Das Studium qualifiziert die Studierenden für eine anspruchsvolle Tätigkeit als Ingenieurin bzw. Ingenieur in kleinen und mittleren Unternehmen sowie in international operierenden Konzernen, insbesondere luftfahrttechnischen Betrieben, Unternehmen der Mobilitätsbranche und der elektrotechnischen Industrie. “Wer sich mit der Technik des modernen Luftverkehrs beschäftigen will, muss erst die essentiellen Fragen beantworten können: Wozu dient die Funkkommunikation und wie wird navigiert? Was macht der Autopilot? Was passiert in einem Cockpit?”, erklärt Professor Matthias Harter. Die Aneignung eines breiten Fachwissens im Bereich des Fliegens ist notwendig, um den Anforderungen einer Tätigkeit an den Schnittstellen zwischen Technik und Management im Bereich der Avionik, also der Elektronik der Luftfahrt, zu genügen. Dazu bietet der Studiengang als Besonderheit praxisorientierte Inhalte vom ersten Semester an. “Die frühe Praxiserfahrung ist wichtig, um die Studierenden für Technik zu begeistern”, glaubt Professor Harter. Auch Ömer Genc, Student im zweiten Semester, findet es gut, dass er neben der theoretischen auch eine praktische Ausbildung bekommt. Denn er sieht die Chance, die ihm der Studiengang auf dem Arbeitsmarkt bietet. “Ich denke zukunftsorientiert. Die Luftfahrt wird sich rasant weiterentwickeln, man denke nur an den Bereich und die Einsatzmöglichkeiten von Multikoptern”, erklärt er seine Studienwahl.

In Kürze folgt Teil 2