Lernen im Mittelpunkt - 2

Hochschule Darmstadt

Das neue Architektur-Lernzentrum an der Hochschule Darmstadt

Das neue Lernzentrum vereint nicht nur inhaltlich die verschiedenen Formen des Lernens, sondern verbindet das “Milchbar” genannte Café des Fachbereichs, mit den Freiflächen für Gruppenarbeiten und die Arbeitsräume auch räumlich. “Architektur passiert in der Kommunikation”, erklärt Fabian Dahinten, “deshalb brauchen wir mehr Platz für das gemeinsame Arbeiten in verschieden großen Gruppen. Ziel war es, Austausch, Arbeiten, Treffen und Lehre an einem Ort zusammen zu führen”. Das Ziel scheint erreicht. An den großen Tischen werden Zeichnungen korrigiert, zwei Studenten planen bei einer Tasse Kaffee am Stehtisch in entspannter Atmosphäre eine Projektarbeit. „Im Zuge der Arbeiten wurden die ehemaligen Lagerräume auch energetisch saniert, zusätzlich größere Fenster eingebaut und Lichtschächte erweitert“, erläutert Eduard Neufeld, der als Projektleiter der Abteilung Bau und Liegenschaften der Hochschule die Baumaßnahme koordiniert hat.

Bis hierhin war es für Fabian P. Dahinten ein lehrreicher Weg. “Ich habe durch die praktische Arbeit am Lernzentrum mehr gelernt als in aller akademischen Theorie”, erzählt er. Vor allem in der Realisierungsphase, in der er jeden Morgen um acht Uhr auf der Baustelle stand. “Die Handwerker wollten von mir wissen, was zu tun ist und die können teilweise richtig fies sein, wenn sie merken, dass der Architekt nicht weiter weiß.” In diesen Momenten war Dahinten froh, dass Oliver Schmand ihm bei dem Zwei-Millionen-Euro-Projekt mit seiner Expertise und Background-Beratung Rückendeckung gab. Dass es keine One-Man-Show war, betont er immer wieder. Im Fachbereich wurde er zwar von Professoren immer wieder persönlich gefragt, wann es soweit sei mit dem Lernzentrum, aber letztlich ist es ein Gemeinschaftsprojekt, an dem der ganze Fachbereich punktuell mitgearbeitet hat. “Alle relevanten Fragen haben wir einfach in speziellen Kursen, z.B. Kurs für Barrierefreiheit, Kurs für Baukonstruktion, Kurs für Lichttechnik aufgegriffen und gelöst.” Dabei entstanden kreative Lösungen, zum Beispiel für die Einbindung der Heizungsrohre ins architektonische Gesamtkonzept. “Auch daraus wurde ein Projekt gemacht und jetzt haben wir eine Lichtautobahn”, lacht Dahinten. Diese fügt sich perfekt in die moderne und minimalistische Gestaltung des Raumes. Viel der ursprünglichen Bausubstanz wurde erhalten und mit Materialien wie Eisen, Stahl und Holz perfekt kombiniert. “Das ganze Gebäude 10 erfährt durch das neue Lernzentrum eine extreme Aufwertung”, sagt auch Anders Röestne, Student im Master. “Ich hoffe, dass die Studierenden gut mit den neuen Räumen umgehen.” Fabian P. Dahinten hat keine Angst, dass das Lernzentrum, welches 24 Stunden am Tag genutzt werden kann, durch Aufkleber oder Kritzeleien verschandelt wird. “Dazu haben wir Architekten viel zu großen Respekt vor dem Bauwerk.”

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