Gefährliche Keime als Berufung - 1

Goethe-Universität Frankfurt

Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik an der Goethe-Universität Frankfurt

Eigentlich sind viele Vertreter der Gattung Acinetobacter harmlose Zeitgenossen. Die Kurzstäbchen-Bakterien leben schon seit Ewigkeiten auf dem Planeten, zum Beispiel im Boden, im Wasser, aber auch als natürliche Flora auf der Haut von Mensch und Tier. Allerdings sind einige dieser Vertreter auch weniger harmlos, wie z.B. Acinetobacter baumannii. Dieser Erreger kann Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder auch Blutvergiftungen hervorrufen – besonders bei immungeschwächten Personen. Zu Zeiten des Irakkriegs häuften sich plötzlich die Fälle massiver Infektionen bei Soldaten. Aber damit nicht genug: Seither hat A. baumannii vermehrt Resistenzen entwickelt und inzwischen gibt es sogar Erreger, die gegen alle gängigen Antibiotika resistent sind. Aus diesem Grund schrieb der Keim zuletzt immer wieder negative Schlagzeilen: So breitete sich das Bakterium 2017 auf der Intensivstation des Krankenhauses Bad Canstatt aus, ein Jahr zuvor war er in Ulm aktiv und in 2015 gab es einen A. baumannii-Ausbruch im Uni-Klinikum Kiel. 


Inzwischen nahm die Weltgesundheitsorganisation (WHO) A. baumannii in die Liste der zwölf gefährlichsten Bakterien auf, gegen die man dringend neue Behandlungsoptionen finden müsste – und stufte ihn hierbei als besonders kritisch ein. Das Problem: Viele Mechanismen des Keims sind noch nicht hinreichend bekannt. Umso wichtiger ist die Arbeit eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützten Netzwerks von Wissenschaftlern, die in acht interdisziplinären Gruppen Grundlagenforschung zu A. baumannii betreibt und die sich dabei natürlich eng austauscht. Hierzu zählen auch Wissenschaftler der Goethe-Universität in Frankfurt, allen voran Prof. Beate Averhoff vom Fachbereich Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik: „Bei uns im Labor laufen derzeit vielfältige Untersuchungen rund um das Bakterium, unter anderem darüber, wie sich der Keim an den humanen Wirt adaptiert und welche Rolle der DNA-Transfer bei der Verbreitung der Antibiotika-Resistenzen spielt.“

In Kürze folgt Teil 2