Wo Gegenwart und Zukunft verschmelzen - 3

Universität Kassel

Die Modellfabrik der Universität Kassel

Ein weiteres Plus im Vergleich zur Industrie: Die μPlant ist zwar ausgestattet wir eine reale Fabrik, doch sind hier explizit auch Fehler erlaubt.  An vielen Stellen können die Studierenden und Wissenschaftler Schwachstellen, Störungen oder Fehler simulieren und sie beliebig oft wiederholen – mit dem Ziel, am Ende Methoden zu entwickeln, diese automatisiert zu erkennen. „Das ist das Schöne an der Anlage“, sagt Lars und lächelt. „Man kann ausprobieren und im schlimmsten Fall muss man danach kräftig durchwischen.“ Neben dieser Möglichkeit und der gleichzeitigen Praxisnähe ist die Arbeit in interdisziplinären Teams ein wichtiger Faktor in der Lehre. „Bei der Projektarbeit lernt man am besten, sich untereinander abzusprechen und Termine einzuhalten“, so Justin. Zudem müssen die Studierenden Verantwortung übernehmen und – je nach Projekt – Entscheidungen für die Zukunft der gesamten Anlage treffen. „Seine Ergebnisse vor den Professoren und den anderen im Team zu präsentieren, zu erklären und im Zweifel auch zu verteidigen – das ist wirklich industrienahes Arbeiten“, findet Lars. Am liebsten würde er diese Erfahrung später in der Robotik einsetzen – vielleicht im Bereich Autonomes Fahren. „Das ist ein neues Feld mit viel Potenzial.“

Leuchtturmprojekt Modellfabrik
Die μPlant ist einzigartig in der Hochschullandschaft. Zwar gibt es auch andernorts Miniaturfabriken für die Industrie 4.0, aber in keiner sind so viele heterogene Prozesse und Automatisierungssysteme verknüpft wie hier. Auch dadurch hat die Modellfabrik bereits außerhalb der Universität Kassel für Furore gesorgt: Die Anlage wurde vor kurzem für den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre nominiert. Doch am Ende ist man dabei noch lange nicht: „Die Modellfabrik ist ein lebender Prozess – man kann immer Dinge verbessern oder optimieren und zudem kommen stets neue Aufgaben im Bereich der Vernetzung der Produktionsanlagen sowie der Herstellung kleiner Losgrößen, also individueller Produktvarianten, hinzu“, so Prof. Andreas Kroll. Wichtig für ihn ist dabei: „Die Studierenden können hier die Informationstechnik in großer Breite kennenlernen sowie die ‚Digitalisierung‘ im Einsatz erleben und verstehen – mit allen Chancen, aber auch Grenzen.“

Hier geht's zu Teil 1

Hier geht's zu Teil 2