Mit Honig lockt man Hacker - 3

Technische Universität Darmstadt

Cybersicherheit an der Technischen Universität (TU) Darmstadt

Doch die modernen Handys bergen nicht nur Fallen in ihrem Inneren. Im Projekt Nexmon zeigte das Team, wie in die Funktionsweise von WLAN-Chips eingegriffen werden kann, um ihre Funktionalität zu erweitern. Dies erlaubt einerseits, drahtlose Netze auf Sicherheitslücken zu untersuchen, andererseits können neuartige Kommunikationsmechanismen implementiert werden. Auch dieses Werkzeug stellen die Forscher unter seemoo.de/nexmon frei zur Verfügung und es wurde beispielsweise auch bereits von den Google-Sicherheitsforschern im „Project Zero“ eingesetzt: „Unsere Smartphones sind von Haus aus eigene kleine Funkeinheiten“, sagt Doktorand Matthias Schulz, der Nexmon initiiert hat. Diese könnte man umprogrammieren – um sie zum Beispiel als eigenes autarkes Funknetz zu organisieren. „Naturgewalten, technisches Versagen oder auch Gewalt und Terror könnten die komplette Infrastruktur lahmlegen“, erläutert Prof. Matthias Hollick. „Im LOEWE-Projekt NICER erforschen wir daher, wie man mit Hilfe von vorhandenen Routern oder Smartphones die Basiskommunikation wieder aufbauen könnte.“ So könnten die Menschen in Katastrophengebieten miteinander in Kontakt treten und beispielsweise Hilfslieferungen oder eine Notversorgung steuern.


Eigener Studiengang zur IT-Sicherheit
Wie das im Kleinen funktioniert, demonstriert das Team kurzerhand mit ihren Telefonen. Auf einer kleinen Fläche stellen sie sich in gewisser Entfernung voneinander auf und zeigen, wie man ohne Funkmast miteinander sprechen kann. Unterstützung bekommen sie dabei von einem kleinen Roboter, der im Ernstfall ebenfalls zum Einsatz kommen könnte. Er würde dann beispielsweise in Quarantänezonen oder Gebieten wie Fukushima dabei helfen, die Reichweite des Funknetzes zu vergrößern oder Nachrichten zu überbringen. „Wir haben gezeigt, dass unsere Lösungsansätze praktikabel sind “, so Matthias Hollick, „und das sehr energieeffizient mit einem geringen Akkuverbrauch.“ Im September testet das Team den Einsatz im größeren Maßstab – mit rund 100 Helfern und Statisten simulieren sie auf einem Militärgelände den Ernstfall und testen ihr System.


Parallel zur Forschung konzipiert das Team Lehrveranstaltungen, Projekte und Praktika, um die Studierenden möglichst frühzeitig in die Anwendungsgebiete einzubinden. Und der Nachwuchs kommt gerne nach Darmstadt. Inzwischen gibt es hier sogar einen eigenen Studiengang rund um das Thema: In vier Semestern kann man an der TU den Master IT-Sicherheit erlangen.

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