Einmal Weltall und zurück - 2

Goethe-Universität Frankfurt

Team EXCISS der Goethe-Universität Frankfurt

„Unser Sonnensystem entstand vor rund 4,5 Milliarden Jahren aus dem Solaren Nebel, einer Wolke aus Gas und Staub“, erklärt Projektleiterin Tamara. Die Staubteilchen wurden dann sehr stark aufgeheizt, wodurch sie zu kleinen Klumpen verschmolzen – den sogenannten Chondren. „Und diese wiederum sind die Bausteine für Meteoriten.“ Doch die Ursache für diese Aufheizung und damit die Chondrenbildung gibt den Forschern noch immer Rätsel auf. „Es gibt verschiedene Theorien, die seit gut 150 Jahren diskutiert werden“, so Tamara. Zu den häufigsten zählen dabei Schockwellen, Kollisionen mit Asteroiden oder aber hoch-energetische Blitze. Und genau mit dieser Idee, die Blitztheorie in der Schwerelosigkeit zu überprüfen, bewarb sich das Team schließlich als „Überflieger“. Was für die Blitzidee spricht: In Meteoriten sind oft mehrere Chondren miteinander verschmolzen, was dafür spricht, das hier Kräfte wiederholt eingewirkt hatten.

Die Box in der Box
Auf der Erde haben zwar schon Experimente zur Chondrenbildung stattgefunden, aber unter Echtbedingungen im All ist das Neuland. Dafür musste das Team aus Frankfurt ihre Idee auf kleinsten Raum unterbringen. Denn die Boxen, mit denen auf der ISS geforscht wird, sind genormt und mit nur zehn mal zehn mal 15 Zentimeter Kantenlänge nicht gerade groß. Mit Lötkolben und einem 3D-Drucker entwickelten sie den Prototyp, der die Fachjury in Bonn schließlich überzeugte. Im Inneren ihres Quaders befindet sich allerhand Technik: vier Batterien, ein Kondensator sowie eine Zündspule, die sie aus einem Motorrad entnommen haben. Ein eingebauter Minicomputer wird über einen Schaltkreis letztlich mit dieser Zündspule einen regelmäßigen Blitz erzeugen. „Wir haben hier eine aus Glas geblasene Probenbox“, erklärt Robin Nowok und zeigt auf einen nur drei Millimeter kleinen Kasten innerhalb der Box. „Hier drin befindet sich unser Staub, der sich dann aufgrund der Energie des Blitzes miteinander verbinden soll.“ Natürlich haben die Teammitglieder keinen gewöhnlichen Hausstaub genommen, sondern ihn sondern ihn selbst hergestellt - aus Mineralen, die in den Meteoriten vorkommen „Im Idealfall erhalten wir mehrere Schmelztropfen, die dann wiederum mit anderen kollidieren und so immer wieder neue Klümpchen bilden“, so Robin. Eine kleine Kamera zeichnet dieses Schauspiel auf und speichert es auf einem USB-Stick, der sich ebenfalls in der Box befindet. „Wir können das live von der Erde aus mitverfolgen, hoffen aber, dass Alexander Gerst die Box bei seiner Rückreise von der ISS wieder mit im Gepäck hat“, sagt Tamara. Denn dann könnte das Team unter dem Elektronenmikroskop die Struktur der entstandenen Chondren sowie die chemische Zusammensetzung genauer untersuchen und mit Meteoriten aus ihrem Fundus vergleichen. Sind hier ähnliche Merkmale vorhanden, würde sich die Theorie erhärten.

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