Im Starkregenlabor - 3

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    Hochschule RheinMain Im Starkregenlabor

    Doch nicht nur die aktuellen Überflutungen durch extreme Starkregenereignisse werden hier erforscht. Geht es bei diesen um den Schutz von Immobilien und auch Menschenleben, darum, dass sich Gemeinden besser gegen mögliche Sturzbäche in ihren Innenstädten wappnen können, so spielen eben diese Innenstädte auch in anderen Bereichen eine Rolle. „In Freiburg gibt es ja diese Bächle, die alte Wasserversorgung für das Handwerk etc.“, holt Prof. Dr. Ruiz Rodriguez aus. „Und in Wiesbaden haben wir versucht, die Bürger daran zu erinnern, dass es hier auch mal Gewässer gab.“ Er seufzt: „Wiesbaden ist eine Stadt ohne Bäche. Das finde ich sehr schade. Wiesbaden hätte heute ein völlig anderes Erscheinungsbild, wenn wir offene Gewässer hätten.“ Gewässer mitten in der Stadt, das wäre zum Beispiel gut fürs Stadtklima. Doch neue „Bächle“ in der Stadt rufen auch die Verkehrssicherheitspflicht auf den Plan. Darum hat das Wasserbaulaboratorium auch eine neue Mitarbeiterin: die „dreijährige Swantje“, eine lebensechte Puppe. „Was ist, wenn ein dreijähriges Kind beim Spielen in die Rinne e fällt und ohnmächtig wird? Wird das abgeschwemmt? Was passiert mit dem Kind? Das wollte die Stadt Wiesbaden wissen, und dann haben wir hier Swantje gebaut.“ Auch die Geräuschentwicklung solcher Wasserrinnen werden hier erforscht: „Nachts bei offenem Fenster schlafen und da fließt ein Bächlein – die Wiesbadener Bürger sind sehr empfindlich!“, lacht Prof. Dr. Ruiz Rodriguez.

    Doch im Fokus steht die Grundlagenforschung an Starkregen. „Wir haben uns vor mittlerweile sieben, acht Jahren des Themas Starkregen besonders angenommen“, erzählt der Forscher. „Mittlerweile liegen erste Ergebnisse vor, die auch bereits präsentiert wurden.“ Um die Gemeinden in Hessen über die Instrumente, die hier entwickelt wurden, zu informieren, werden Webinare abgehalten, damit sie auf Starkregen besser vorbereitet sind. Denn: „Aufklärung ist das Allerwichtigste. Nicht zuletzt, damit der Bürger sich nicht in Gefahr bringt!“ Immer wieder passiert es, dass Menschen bei Starkregen in den Keller gehen und versuchen, ihr Hab und Gut vor der Überschwemmung zu retten. „Und dann schlägt die Tür zu und sie kommen wegen des Wasserdrucks nicht mehr raus!“ Es geht also um Aufklärung im Großen wie im Kleinen: Wie können sich Gemeinden schützen? Wie können einzelne Menschen ihre Häuser schützen? Aber auch: Was kann man gegen die gefährliche Bodenversiegelung tun? Denn den Starkregen werden wir so schnell nicht mehr los.

    Dafür gibt es die Forschung von Prof. Dr. Ruiz Rodriguez und seinem Team, die an der Hochschule RheinMain dort ansetzen, und die klassische Hochwasserforschung ergänzt – und die uns damit mehr als beruhigen!