Goethe-Universität Frankfurt

Laboratorium der Moderne

Was kann eine Universität zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen? Diese Frage stellten sich 1914 die Gründer der Goethe-Universität. Insbesondere jüdische Stifter wollten mit privatem Kapital in Höhe von 20 Millionen Goldmark eine Universität etablieren, die mit akademischen Konventionen brechen und neue Wissenschaftsfelder erschließen sollte. Mit Erfolg: in Frankfurt entstand die erste eigenständige Fakultät für Naturwissenschaften, wurde das Arbeitsrecht erfunden, gab es den ersten Lehrstuhl für Soziologie, den ersten Fachbereich für Betriebswirtschaft und Pionierarbeit im Bereich experimenteller Hirnforschung. Wissenschaftsgeschichte schrieb auch das so genannte Stern-Gerlach-Experiment von Otto Stern und Walter Gerlach, das mit einer revolutionären Methode der Kathodenstrahlbeugung Ausgangspunkt wurde für gleich zwölf weitere Nobelpreise in der Quantenphysik. Das Institut für Sozialforschung, in den 1920er Jahren mit Mitteln der der Frankfurter Stifterfamilie Weil gegründet, etablierte unter dem Begriff „Frankfurter Schule“ eine neuen Richtung der kritischen Sozialforschung, die mit Namen wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und später Jürgen Habermas Epoche machte. Seit ihrer Gründung, 1914, haben an der Goethe-Universität 19 Nobelpreisträger gelehrt und studiert. Heute knüpft die Goethe-Universität nach ihrer Umwandlung in eine Stiftungsuniversität 2008 wieder an die Erfolge ihrer Gründerjahre an. Mit drei Exzellenz-Clustern in Geistes- und Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften sowie Medizin war sie in der Exzellenz-Initiative eine der wissenschaftlich erfolgreichsten deutschen Universitäten. In den Clustern versuchen Forscher die Regenerationsfähigkeit des Herzens nach einem Infarkt zu erhöhen, oder analysieren, wie sich neue gesellschaftliche Ordnungen bilden. Natürlich ist in der internationalen Finanzmetropole Frankfurt auch Wirtschaftsforschung ein wichtiges Thema: Das House of Finance arbeitet in Fragen einer besseren Regulierung eng mit politischen Entscheidungsträgern zusammen. Dank ihrer schon weit fortgeschrittenen baulichen Erneuerung bietet die Goethe-Universität an den Standorten Westend, Riedberg und Niederrad herausragende Studienbedingungen und zählt mit rund 47.000 Studierenden zu den drei größten Hochschulen in Deutschland.