Wie konstruiert man ein Rennmotorrad? - 1

Technische Hochschule Mittelhessen

Der Bolide hat das letzte Rennen des Jahres hinter sich. Er ist durch Italien gefahren, hat den Hockenheim Ring bezwungen und steht nun ein wenig abgekämpft in der Rennwerkstatt der THM Gießen. Die Rennen in der Formula Student haben bei ihm ihre Spuren hinterlassen und nun wird es langsam Zeit, ihn wieder fit zu machen. Momentan arbeiten noch drei Studenten an der Weiterentwicklung des Rennwagens, der Rest des 18-köpfigen Racing-Teams der THM Gießen stellt sich bereits neuen Herausforderungen. Seit der internationale Kontruktionswettbewerb für Studenten „Formula Student“ neue Vorgaben für die Teilnahme an ihren Rennen gemacht hat, möchte sich das Racing Team um Prof. Dr. Klaus Herzog neu orientieren.

Prof. Dr. Klaus Herzog begründet den Schritt mit klaren Worten: „Der Formula Student Wettbewerb in Deutschland entwickelt sich leider immer mehr in Richtung eines Programmier-Wettbewerbes und lässt in naher Zukunft keine Verbrennungsmotoren mehr zu. Aus wissenschaftlich und technischer Sicht halte ich das für eine fatale Fehlentscheidung, da die Elektromobilität aus meiner Sicht eine große Bedrohung der Umwelt darstellt. Alternative Möglichkeiten wie beispielsweise der CO2-neutrale Verbrennungsmotor durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe werden bei dem Wettbewerb leider nicht berücksichtigt.“ Da es im Ausland aber weiterhin Wettbewerbe für Verbrennungsmotoren gibt, an dem das Racing Team teilnehmen will, wird die Weiterentwicklung des Renn-Boliden trotz des Ausstieges weiter verfolgt.

Prof. Dr. Klaus Herzog, der das Gießener Racing Team bereits seit 11 Jahren betreut, sieht im beschlossenen Ausstieg aus der Formula Student nun allerdings auch die Chance, mit neuen Ideen und frischem Wind in die Zukunft zu starten. Deshalb hat er - zusammen mit dem Kollegen Prof. Breuer aus Friedberg - ein Rennmotorrad-Projekt standortübergreifend zwischen Gießen und Friedberg installiert. Bei dem Motorrad-Wettbewerb (Moto-Student) handelt es sich um einen Konstruktionswettbewerb in Kombination mit einem echten Motorsport-Wettbewerb. Der Höhepunkt wird hier natürlich auch ein richtiges Rad-an-Rad-Rennen sein.

Für die Studierenden des Racing Teams ist die Entscheidung der kompletten Neu-Entwicklung eines Renn-Motorrades natürlich ein großer Gewinn. Noch tüftelt man gemeinsam an den Kontruktionsplänen bevor auch nur die erste Schraube gedreht wird. Doch schon bald sollen die ersten Teile für die Montage bereit sein. 

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