Studieren mit Bauchgefühl - 1

Hochschule Fulda

Das Studium der Hebammenkunde an der Hochschule Fulda

Mucksmäuschenstill ist es im Skills Lab des Fachbereichs Pflege und Gesundheit an der Hochschule Fulda. Marlene Ferrandino lauscht andächtig und blickt konzentriert. Ganz leicht bewegen sich ihre Lippen, aber kein Ton verlässt ihren Mund. Ihr hölzernes Hörrohr ruht auf dem Bauch einer schwangeren Patientin. Anschließend tastet sie mit beiden Händen vorsichtig von außen nach dem Kind. „Hier ist der Rücken, dort der Steiß“, sagt sie und ihre Dozentin Monika Gevers nickt. Die Richtigkeit könnte Marlene auch direkt überprüfen – dafür müsste sie nur den Bauch der Patientin aufklappen – denn diese ist eine lebensgroße Puppe.

„Die Puppe hat mehrere Einsätze, um verschiedene Szenarien durchzuspielen“, erklärt Monika Gevers. So sind etwa die Herztöne realistisch einstellbar und können möglichen Szenarien angepasst werden. Monika Gevers ist Praxisreferentin und Lehrende im Studiengang der Hebammenkunde an der Hochschule Fulda. Das Skills Lab ist ihre ‚Lehrwiese‘. Unter ihrer Anleitung üben die Studierenden hier in Dreier- oder Vierergruppen praktische Techniken und spielen typische Alltagssituationen einer Hebamme durch, zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen, Geburtspositionen oder eine Stillberatung.

Vielschichtige Ausbildung
Natürlich gibt es während des Studiums auch viel Theorie. Dazu zählen die Physiologie des Menschen, die Pathologie oder aber die Themen Familienplanung und -werdung. Denn schließlich begleiten Hebammen die Frauen nicht nur im Kreißsaal, sondern lange davor und danach. Etwa bis zum ersten Geburtstag des Kindes stehen sie den jungen Eltern bei Fragen oder Problemen zur Verfügung. Genau diese Bandbreite ist es, die viele Studierende reizt: „Es ist einfach eine Mischung aus allen Jobs, die mich interessiert haben: Arzt, Physio- und Psychotherapeut, Pharmazeut, OP- und (Kinder-)Krankenschwester“, erzählt Maria Schneider. Sie fing in Fulda direkt nach dem Abitur an und ist bereits seit zwei Jahren dabei. Und ist begeistert: „Ich liebe die Stadt, den Campus, aber vor allem den Studiengang“, sagt sie mit leuchtenden Augen. „Wir haben tolle Dozenten, eine perfekte Mischung aus Theorie und Praxis und wir lernen direkt von der Hochschule, also unabhängig von einem bestimmten Krankenhaus.“ Bei Marlene war es letztlich das Bauchgefühl, das den Ausschlag für das Studium gab. „Der Beruf hat irgendwie eine große Anziehungskraft auf mich ausgeübt – und bisher hat sich mein Bauchgefühl voll bestätigt.“

In Kürze folgt Teil 2