Mit Hassliebe Visionen umsetzen - 3

Technische Universität Darmstadt

Das TU Darmstadt Racing Team (DART)

Die Platzierung auf dem Wettbewerb ist für DART weniger wichtig. „Das unterscheidet uns sicher von anderen Teams“, sagt Oliver Rothermel. „Bei uns sollen sich die Leute verwirklichen, Dinge ausprobieren und ihre Visionen umsetzen können.“ Dass das mitunter auch Risiken birgt, mussten die Studierenden im Jahr 2018 am eigenen Leib erfahren. Ein Unfall mit der Batterie verhinderte, dass das zweite Rennauto aus Darmstadt (ebenfalls elektrisch, aber mit Fahrer) an den Start gehen konnte. „Danach war die Stimmung zunächst sehr gedrückt“, berichtet Max Sekundo aus dem Management & Marketing Team. „Vor allem für die Teamleiter ist das Projekt wie ein Baby – sie haben es von klein auf geplant, großgezogen und wollen es natürlich auch fahren sehen.“ Und dann musste das Projekt erst einmal auf Eis gelegt werden. Doch gerade in dem Moment zeigte sich der gewachsene Zusammenhalt im Gesamtteam: „Man hat sich gegenseitig aufgefangen“, sagt Max. „Und viele hängen jetzt noch ein Jahr dran und unterstützen die Driverless-Kollegen heute auf dem Hockenheimring.“

Lebenslange Verbundenheit
Max selbst war eigentlich nie Rennsport-affin. „Ich wollte vor allem raus aus dem Unitrott, Praxiserfahrung sammeln und mir Skills für das Berufsleben aneignen“, sagt er. „Doch spätestens beim Rollout, als das Team den Eltern und Sponsoren ihr Werk vorführte, war Max ‚infiziert’. „Wenn man zeigen kann, was man mit seinem ganzen Herzblut über Monate geschaffen hat, ist man schon extrem stolz.“ Schließlich sei es schon etwas ganz Besonderes, Teil des Teams zu sein: „Von 15.000 Studierenden tragen nur rund 50 das DART-Shirt.“ Und das erklärt offenbar auch die Verbundenheit – über die eigene aktive Zeit hinaus: „Wenn man einmal im Verein war, kommt man nicht mehr davon los“, so Max. Das bestätigt auch Tu Pham, Student der Automatisierungstechnik und Technischer Teamleiter Driverless. „Man entwickelt eine Art Hassliebe – wenn man erst einmal drin ist, kann man nicht mehr loslassen.“ Das gilt insbesondere auch auf den Wettbewerben: „Bei uns heißt es: Wer bei dem Lärm auf dem Campingplatz nicht schlafen kann, hat nicht hart genug gearbeitet“, sagt Tu mit einem breiten Grinsen. „Doch sobald man das Zelt verlassen hat, will man eigentlich direkt wieder in die Werkstatt.“

Mit dem lambda-D2018 belegte das Team der TU Darmstadt bei der Formula Student Germany den dritten Platz beim Business Plan und den zweiten Platz in der Kategorie Trackdrive. Hierbei war DART das weltweit dritte Team, das diese Kategorie überhaupt abgeschlossen hatte. Für viele heißt es nach der heißen Phase: Ab in den Urlaub – oder ins Bett. Aber die Vorbereitungen für 2019 laufen schon wieder auf Hochtouren.

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