Vernetzt forschen, die Welt verändern - 2

Justus-Liebig-Universität Gießen

Das LOEWE-Zentrum DRUID an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)

Der humanitäre Gedanke ist eine der Hauptantriebsfedern für viele der Mitarbeiter am Gießener Institut: „Wir können hier mit unserem Beitrag Menschen helfen, denen sonst wenig geholfen wird“, bringt es Katharina Schuh auf den Punkt. Nach ihrem Masterabschluss an der Universität Gießen forscht sie gemeinsam mit vielen anderen Wissenschaftlern an Ansatzpunkten, den Malaria-Erreger zu bekämpfen. „Morgens gehe ich zuerst bei meinen Zellkulturen vorbei und schaue, wie es ihnen geht“, sagt sie mit einem Lächeln. Hierbei handelt es sich um sogenannte Plasmodien, einzellige Parasiten, die im menschlichen Blut die Malaria auslösen. Mit Hilfe von Redox-Sonden untersucht Katharina, wie die Plasmodien in ihrer Versuchsreihe auf oxidativen Stress reagieren. Genau das wünscht sie sich. „Der Erreger schützt sich durch ein gutes antioxidatives System – und genau das wollen wir letztlich zerstören.“

Auf DNA-Ernte
Bei der Doktorandin Melanie Moser geht es vornehmlich um das Sexualleben der Plasmodien: „Ich habe bereits meine Masterarbeit in der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Becker geschrieben.“ Dabei hat sie die Gene ihrer Plasmodien verändert. Als Nachwuchswissenschaftlerin entnimmt sie nun Zellen aus der vorliegenden Blutkultur. „Diese Zellen knacke ich dann auf und ernte die DNA“, sagt sie, während sie zielsicher mit verschiedenen Pipetten hantiert. Nach einigen weiteren Arbeitsschritten kann sie feststellen, ob die Mutanten sich hinsichtlich ihrer Vermehrung anders verhalten als vorher – was wiederum ein Ansatzpunkt wäre, die Erkrankung zu behandeln.

Insgesamt arbeiten im LOEWE-Zentrum DRUID rund 30 Wissenschaftler sowie 30 Doktoranden der verschiedenen Einrichtungen in mehr als 25 interdisziplinären Gruppen eng zusammen, um dringende Fragen zu klären. Zum Beispiel zur Identifikation und Charakterisierung potenzieller Zielmoleküle, um so letztlich Diagnostika sowie Wirk- oder Impfstoffe gegen die unterschiedlichen Erkrankungen zu entwickeln. Dadurch, dass oft mehrere Gruppen an denselben ‚Targets‘ forschen, entstehen wertvolle Synergieeffekte. „Mit unserem Ansatz wollen wir auch einen Beitrag zur Unterbrechung von Armutskreisläufen leisten, die nicht nur die Infektionsrisiken erhöhen, sondern auch zu existenzbedrohenden Lebensumständen, sozialer Ungerechtigkeit, Gewaltbereitschaft und Migration führen“, sagt Prof. Katja Becker.

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