Schlaue Füchse - 1

Hochschule Darmstadt

Nachhaltigkeitsprojekte an der Hochschule Darmstadt

Von Abschminktüchern über Elektrogeräte, Kleidung, Lebensmittel und Spielwaren bis zu Zahnpasta: Tests weisen immer wieder in Produkten des alltäglichen Bedarfs gesundheitsschädliche und umweltschädigende Chemikalien nach. Doch hat der Verbraucher das Produkt bereits gekauft, dann ruft das sprichwörtliche Kind aus dem Brunnen. Wäre es nicht gut, wenn es eine schnelle und unkomplizierte Methode geben würde, mit der sich Kunden vor der Kaufentscheidung über die Inhaltsstoffe eines Produktes informieren könnten? Auf diese Frage antwortete der BUND bereits 2007 mit einer App namens “ToxFox”. Allerdings gab diese nur Auskunft über die Inhaltsstoffe von Kosmetika. Seit Oktober 2016 gibt es eine neue Version, in der sich auch zahlreiche andere Produktgruppen, die mit Strichcode versehen sind, abfragen lassen. So funktioniert die App jetzt beispielsweise auch für Spielzeug, Kleidung, Möbel, Elektronik, nicht aber für Produkte in Form von chemischen Gemischen wie (Farben, Reinigungsmittel etc.). Maßgeblich an der Weiterentwicklung mitgearbeitet haben Wissenschaftler der Forschungsgruppe sofia der Hochschule Darmstadt. Federführend an der Umsetzung beteiligt waren auch Dr. Julian Schenten und Prof. Dr. Martin Führ vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. “Das europäische Chemikalienrecht REACH besagt, dass ein Artikel, sobald er als problematisch identifiziert ist, in der Lieferkette kommuniziert werden muss. Problematisch ist er dann, wenn darin mehr als 0,1 Gewichtsprozent an Stoffen enthalten sind, die auf der sogenannten SVHC (Substance of very high concern)-Liste aufgeführt sind.”

Mit ToxFox können die Verbraucher unkompliziert beim Hersteller die Inhaltsstoffe abfragen. Ist ein Produkt noch nicht gelistet, geht eine automatische Mail mit einer Auskunftsaufforderung an den Hersteller. Wurden die Inhaltsstoffe bereits abgefragt, hat der Kunde innerhalb von Sekunden einen konkreten Überblick. Das bedeutet auch: Je mehr Menschen mitmachen, desto transparenter werden die Inhaltsstoffe unserer Alltagsprodukte. “Die App verfolgt mehrere Ziele”, erklärt Dr. Schenten. “Zum einen will der BUND mit ToxFox die Bevölkerung für gefährliche Chemikalien sensibilisieren, damit sie bewusste Kaufentscheidungen treffen kann. Zum anderen sollen aber auch die Lieferanten sensibilisiert werden, damit sie ihre REACH-Informationspflichten angemessen erfüllen und Informationen zu besonders besorgniserregenden Stoffen transparenter kommunizieren”. Unternehmen, die bereits schadstofffrei produzieren, können alle ihre Produkte in die ToxFox-Datenbank einspeisen und verschaffen sich dadurch einen Vorteil bei bewusst nachhaltig lebenden Kunden In Zeiten, in denen immer billiger produziert wird, ist ToxFox eine gute Möglichkeit, als Verbraucher informierte und mündige Entscheidungen zu treffen. Und da die App natürlich kostenlos ist, sollte sie wirklich jeder auf dem Smartphone haben.

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