Innovation und Tradition verschmelzen - 2

Hochschule Geisenheim University

Weinanbau, Oenologie und Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim

Typisch für die Weinregion Rheingau ist der Riesling. Und auch die rund 25 Hektar Fläche umfassenden Weinberge der Hochschule Geisenheim sind zur Hälfte mit Riesling bestockt. Ergänzt werden sie mit weiteren internationalen und nationalen Rebsorten wie Müller-Thurgau, Grau- und Weißburgunder, Chardonnay, Gewürztraminer, Merlot, Zweigelt, Gamaret und Frühburgunder, wobei die weißen Rebsorten mit 79 Prozent den Schwerpunkt bilden. An einem goldenen Herbsttag arbeitet Victor Cotea im Weinberg, die letzten Trauben der Saison werden heute gelesen. Das Vinifera Euromaster Programm führte ihn von Rumänien über Frankreich nach Deutschland.

Die Konzeption dieses speziellen Masterstudiengang spiegelt die Vielfalt der europäischen und önologischen Traditionen wider und wird von dem breiten Wissens- und Erfahrungsschatz der beteiligten Institutionen getragen. Ziel ist es, die Studierenden zu international kompetenten Führungskräften für alle Sektoren weinorientierter Unternehmen beziehungsweise für eine wissenschaftliche Laufbahn auszubilden. Victor Cotea schätzt die Hochschule Geisenheim für ihr ernstes Interesse an guter Qualität und wegen der Ernsthaftigkeit, mit welcher die Lehrenden hier den Prozess der Weinherstellung behandeln. Er selbst forscht an Weindefekten und wie sie gelöst werden können. „Die größten Probleme entstehen durch Wetterextreme, die der Klimawandel mit sich bringt und durch die Globalisierung. Wenn fremde Organismen in ein Ökosystem eindringen, können sie dieses attackieren und zerstören. Der größte Feind roter Trauben ist beispielsweise die Kirschessigfliege Drosophila suzukii“, erklärt Cotea einen Teil seiner Forschungsarbeit. Die Herausforderung ist es, keine Chemie einzusetzen, sondern natürliche Lösungen zu finden. “In der Champagne oder auch im Burgund werden die Trauben zum Schutz vor Frost mit einer dünnen Eisschicht überzogen oder es werden kleine Feuer im Weinberg entfacht. Diese aufwändigen Methoden schlagen sich dann im Preis nieder”. Aber Cotea forscht nicht nur, sondern trinkt auch gerne Wein. Und welchen? „Ich probiere immer den Wein, der in einer Region am beliebtesten ist. So erfährt man auch etwas über die Menschen“. Wo Wein ist, ist auch immer ein wenig Philosophie. Victor Cotea wendet sich wieder den Reben zu. Die gelesenen Trauben müssen unverzüglich in die Kelterei, wo sie noch am gleichen Tag weiterverarbeitet werden.

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In Kürze folgt Teil 3