An die Grenzen – und darüber hinaus - 2

Philipps-Universität Marburg

Abenteuer- und Erlebnispädagogik an der Philipps-Universität Marburg

Während Martin Lindner bereits vom Turm hinunter schaut, sind die ersten Studierenden startklar: Hüftgurt, Helme, Karabiner – gegenseitig überprüfen sie nochmal, ob jeder das notwendige Material dabei hat und alles richtig angebracht ist. Nacheinander klettern alle das Netz hoch. Manche zögernd, andere souverän. Eine Studentin lässt einen hellen Schrei los, als das Netz anfängt zu wackeln. Lachen von unten, fiese Spitzen von oben. Doch die gegenseitige Stichelei zeigt auch, welch eingeschworene Gemeinschaft die Gruppe mittlerweile geworden ist. „Wir haben uns im Kurs Adventure Based Counseling sehr schnell als Einheit gefunden und sind eine richtig tolle Truppe geworden“, erzählt Lisa-Marie Skornicka. Als alle auf der Plattform angekommen sind und sich im umlaufenden Sicherungsseil eingehakt haben, können sie endlich die Aussicht auf das kleine Wäldchen vor den Toren Marburgs genießen. Die Sonne scheint kräftig durch die vielen grünen Wipfel, Vögel zwitschern um die Wette. Dennoch ist die Anspannung allgegenwärtig.


Anfeuern, motivieren, stärken
Martin Lindner geht nochmal kurz alle Details durch, spricht angesichts der aufziehenden dunklen Wolken über die Gefahren von Gewitter. Als mit Lukas Schollmeyer der erste Teilnehmer über die Brüstung geht, herrscht zunächst andächtiges Schweigen. Doch schnell macht sich motivierender Zuspruch breit, der in großem Applaus endet, sobald seine Füße wieder sicher auf dem Boden sind. Auch Lisa-Marie löst ihre Aufgabe souverän: „Dadurch, dass wir so ein eingespieltes Team sind, ist das Vertrauen in den Partner sofort da gewesen“, erklärt sie eines der Erfolgsgeheimnisse für ihr Wagnis am heutigen Tag. Die Übungen seien vor allem Mittel zum Zweck: „Nur wer das selbst erlebt und erfährt, kann das später einer Gruppe vermitteln.“

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