MamMut - Mitmachen macht Mut - 3

Hochschule RheinMain

Sozialwesen an der Hochschule RheinMain

Timm Kroeger hat für die Deutsche Gesellschaft für Zusammenarbeit (GIZ) bereits in Ecuador gearbeitet. Durch seine große Praxiserfahrung weiß er, wie schwierig es ist, Worte zu finden, um über Gewalt zu sprechen. Es braucht vor allem Vertrauen. Dieses schafft Timm Kroeger durch Wertschätzung und eine offene Atmosphäre während des Workshops, die es den Studierenden erlaubt, sich zu öffnen,  von persönlichen Erfahrungen zu berichten und über Geschlechterstereotypen zu sprechen, die ihnen immer und überall begegnen. “Besonders in den Medien und in extremer Weise in der Werbung werden Stereotype bemüht”, berichtet Marvin Mißkampf. Aber Timm Kroeger ermutigt die Studierenden nicht nur zu reden, sondern geht noch einen Schritt weiter und lässt sie in einer Scharade verschiedene Arten von Gewalt darstellen. Keine einfache Aufgabe, weder für die Täter noch die Opfer, die sich gleichermaßen unwohl in ihren Rollen fühlen. So gehen nach der Reflektion alle nachdenklich in die Pause, aber ihre Gefühle lassen sie nicht los und sind Inhalt ihrer Gespräche.. “Das ist essentiell wichtig”, erklärt Timm Kroeger, “denn wenn wir über die Gewaltmythen nicht sprechen, dann werden sie legitimiert und zur Wahrheit. Nur wenn wir immer im Gespräch bleiben, können wir die Mythen zerstören.”
Es ist keine leichte Aufgabe dieses schwere Thema mit Kindern zu erörtern. Deshalb heißt Station 4 des Parcours “Puppentheater”. Die freundlich aussehenden Puppen nutzen die Studierenden, um die Kinder zu ermutigen, über Gewalt zu sprechen. Gleichzeitig ermutigen sie auch die Lehrerinnen und Lehrer der Schulen Kinderrechte zu wahren und Kinder die Möglichkeit zu geben, sich mitzuteilen. Denn Gewalterfahrungen beginnen schon dort, wo Kinder in ihren Bedürfnissen nicht gehört oder nicht ernst genommen werden.
Als die Studierenden an diesem Samstagabend nach Hause gehen, sind sie müde. “Der Workshop hat mich für die Themen Gewalt und Geschlechterstereotype wirklich sensibilisiert”, beschreibt Marvin Mißkampf seine Erfahrung. “Ich werde Dinge, die ich höre, noch kritischer hinterfragen als ich es jetzt schon tue”. Hinter ihm und seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen liegen Stunden und Erfahrungen, die persönlicher und emotionaler waren, als sie es sich vorgestellt haben. Doch die große Herausforderung liegt vor ihnen. Das was sie selbst gerade erlernen mussten, das Hinterfragen von Geschlechterrollenzuschreibungen durch dialogische Dekonstruktion, müssen sie zu den Kindern bringen. Das ist der Kern des Präventionsprojektes - neben der wertvollen und wichtigen Aufgabe, Kindern Selbstvertrauen, Stärke und Mut zu machen.

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