Formel 1 in der Schule - 3

Frankfurt University of Applied Sciences

Maschinenbau an der Frankfurt University of Applied Sciences

Der von Dominik Busch beschriebene Perspektivwechsel gehört zu dem an der Frankfurt University of Applied Sciences gelehrten und gelebten Gedanken des Service Learning. Vordenker dieser Philosophie ist der amerikanische Pädagoge John Dewey, der bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf die positiven Aspekte eines Lernens durch Engagement verwies. Heute und an der Frankfurt UAS, die seit 2009 Mitglied im Hochschulnetzwerk “Bildung durch Verantwortung” ist, bedeutet dies: Die Verknüpfung von wissenschaftlichen Inhalten eines Seminars mit gemeinnützigem Engagement der Studierenden kann die Lehre an Hochschulen bereichern. Das zeigt sich am praktischen Beispiel von “Formel 1 in der Schule”, in dessen Rahmen die Studierenden ein maschinenfähiges Programm generieren, mit dem Ziel ein gefrästes Auto herzustellen. Aber Service Learning ist nicht nur relevant an Hochschulen, sondern an allen Schulen. “Service Learning ist die Idee, gesammeltes Wissen weiterzugeben, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen, das so nicht erreicht würde, wenn jeder in seiner Lehrveranstaltung bliebe”, erläutert Diplom-Ingenieur Peter Weimar, Frankfurt UAS. “Unsere Studierenden haben auf der Grundlage des Service Learnings die Aufgabe, auch außerhalb der Hochschule die Schülerteams zu unterstützen. Im Studium an der Frankfurt UAS geht nicht nur um das Erlangen von Fachkompetenz, also CAD zu können. Durch die Vermittlung von Inhalten erhalten sie auch weitere Schlüsselkompetenzen, wie Handlungs-, Methoden-, Sozial und nicht zuletzt Selbstkompetenz.” Allerdings ist der Bereich noch ausbaufähig, denn viele Schulen können aufgrund eines festen Lehrplans noch nicht mit Service Learning arbeiten. “Dafür braucht man starke Partner, ein Ziel, eine gute Kooperation”, sagt Peter Weimar. “Nur die Umsetzung einer Diplomarbeit in einer Firma ist noch kein Service Learning”. Lernen durch Engagement ist also prädestiniert, den Horizont von Studierenden zu weiten, Gemeinsinn und Verantwortungsbereitschaft zu fördern. Die Devise ist: Gemeinsam sind wir stark. Und davon profitieren wiederum die Schülerteams, für die es ebenfalls nicht um Einzelleistung geht, sondern für die eine Teamleistung aus Konstruktion, Fertigung, Reaktionszeit, Fahrzeuggeschwindigkeit, Businessplan und Präsentation entscheidet.
So ist das Projekt “Formel 1 in der Schule” eine Win-Win-Situation, bei der die Studierenden und die Schülerteams gewinnen. Ganz gleich, ob die Boliden am 10. und 11. März 2017 auf der Strecke die schnellsten sind oder nicht.

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