Im Starkregenlabor - 2

Zum Thema
Der Wissenschaftliche Mitarbeiter Manuel Perschke im Labor
Im Labor wird Starkregen an einer Maschine simuliert
Eine Karte mit Legende
Prof. Dr.-Ing. Ernesto Ruiz Rodriguez erklärt eine Grafik
Ein Bergbach in der Natur
Prof. Dr.-Ing. Ernesto Ruiz Rodriguez auf dem Testgelände
Prof. Dr.-Ing. Ernesto Ruiz Rodriguez mit einem Studenten im Labor
Starkregen-Simulation im Labor
Prof. Dr.-Ing. Ernesto Ruiz Rodriguez und Manuel Perschke vor der Hochschule RheinMain
Starkregen-Simulation: Wasser fließt aus einem Rohr
    Hochschule RheinMain Im Starkregenlabor

    „Wenn man sich auf Starkregen vorbereiten will, muss man auch Bodenschutz betreiben“, erklärt Prof. Dr. Ruiz Rodriguez. Allerdings schränkt er ein: „Auch wenn wir noch so viel Waldboden haben, solche Starkregenereignisse schlagen trotzdem oft durch. Nur durch das Anlegen von Wäldern werden wir das Problem nicht los.“ Da bleibt nichts, als sich gut darauf vorzubereiten. Die Gemeinden und ihre Bürger und Bürgerinnen müssen über Starkregenschutz informiert werden. Und um hierzu Aufklärung leisten zu können, erforscht das Wasserbaulaboratorium an der Hochschule RheinMain eben solche extremen Wetterereignisse. Dabei werden aufwändig sogenannte Starkregengefahrenkarten erstellt, die den Gemeinden das Szenario vor Augen zu führen, das sich einstellen kann, wenn solch ein extremer Niederschlag kommt. „Der Objektschutz an Gebäuden kann verbessert werden, um Schäden zu mindern“, zählt Prof. Dr. Ruiz Rodriguez auf. „Man muss überlegen, ob man die Kanalnetze so bewirtschaftet wie man es jetzt tut. Die sind im Moment so gebaut, dass sie eigentlich nicht jedem Starkregen standhalten.“ Aber sie nachzurüsten wäre viel zu teuer. „Der bessere Weg ist, dass man lernt, mit dieser Überlastung umzugehen. Ansonsten laufen einem die Kosten davon.“

    Das heißt im Klartext, den Blick in eine Zukunft mit weiteren Starkregenereignissen zu richten. Mehr Grünflächen zur Versickerung in Gemeinden wären eine Möglichkeit, oder aber geschickte Geländegestaltung (Verwallungen) auf den Wegen, die das Regenwasser in einem solchen Fall auf versickerungsflächen umleitet. „Mit den Starkregengefahrenkarten kann man diese Maßnahmen oder Starkregenszenarien wunderbar üben“, schwärmt Prof. Dr. Ruiz Rodriguez. „Man kann den Bürgern vermitteln, wie sie sich bei Starkregen zu verhalten haben!“ Denn sonst kann so ein überfluteter Keller schon mal ein Menschenleben kosten! Hier ist also Aufklärungsarbeit ebenso vonnöten wie bei der Kommunalplanung: „Wenn man hier einen Hang hat, der erosionsgefährdet ist und genau in Fallrichtung der Gemeinde kommt, dann bitte da kein Baugebiet planen!“, warnt der Forscher. „Und wenn es unbedingt sein muss, dann muss man dafür sorgen, dass es an der Häuserfront zu keinem Rückstau kommt. Lasst Öffnungen fürs Wasser!“

    Der Starkregen, den wir in den letzten Wochen erlebt haben, wird uns also weiterhin begleiten. Es ist daher umso beruhigender, an der Hochschule RheinMain ein so begeistertes und fähiges Forscherteam zu haben!